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Wie Du Priming im Alltag nutzen kannst um jedes ungewünschte Verhalten zu kontrollieren


Priming im Alltag – Eine der spannendsten und viel zu lang brachliegenden Erkenntnisse ist der Priming-Effekt. Gestern auf dem Weg nach Hause habe ich mich einige Sekunden einer Werbung einer Klamotten-Marke hingegeben und sie ein wenig analysiert. Wie sehr beeinflusst uns Priming eigentlich jeden Tag und ist das Ganze Leben nicht Priming? Was bedeutet das für uns?

Wissenschaftler haben wieder und wieder herausgefunden, dass sehr subtile Informationen unser Verhalten und unsere Gedanken beeinflussen können. Diese Informationen können Stereotypen sein, wie Professoren oder Athleten – die uns klüger oder schneller machen – oder „Konzepte“, wie das Alter oder Kälte sein – die uns langsamer oder härter in Verhandlungen machen. Oft wirken diese Informationen auf uns ein, ohne unser Wissen.

Priming im Alltag nutzen Dennis Tröger 3

Das ganze Leben ist Priming

Das ist bis zu einem gewissen Grad bedrückend, denn was bedeutet das für unser tägliches Leben? Die Priming-Effekte werden in abgeschirmten Labors beobachtet. In der echten Welt prasseln ständig Informationen auf uns ein – bedeutet das, wir sind nur Automaten die funktionieren?

Das „Wenn-Dann“-Werkzeug gibt Dir mehr Kontrolle über Dein Leben

Bist Du diesen Reizen wirklich hilflos ausgeliefert? Oder hast Du die Macht diese Einflüsse zu erkennen und sie damit zu kontrollieren? Ich darf Dich beruhigen: Es sieht nach letzterem aus.

Der Psychologe Peter Gollwitzer glaubt an unsere Fähigkeiten unser Verhalten anzupassen und selbstbestimmt kontrollieren zu können. Dafür hat er das Konzept der sogenannten „Wenn-Dann“-Regeln erfunden: An diesem Werkzeug hat er geforscht und seine Auswirkungen auf unser tägliches Leben untersucht. „Wenn-Dann“-Regeln lassen sich ganze einfach anwenden: Du beschreibst einfach, was Du tun wirst, wenn eine bestimmte Situation eintritt.

Allgemeine große Ziele können uns vielleicht nicht immer helfen, um unseren Kurs beizubehalten – Doch anders sieht es mit kleinen und praktisch anwendbaren „Wenn-Dann“-Regeln aus, die spezifisch für eine Situation nutzbar sind. Wie hat er die Wirksamkeit dieser Wenn-Dann-Regeln nachgewiesen?

Die Macht der Wenn-Dann-Regeln im Priming

In einem klassischen Priming-Experiment primed man die Probanden z.B. auf „schnell“ und „langsam“ und erwartet dann, dass sie sich entsprechend verhalten. Doch dieses Experiment war etwas anders: Den Teilnehmern wurde eine Wenn-Dann-Regel beigebracht. Diese lautete:

„Wenn das Wort ‚avenda‘ erscheint, werde ich besonders schnell antworten!“

Die Idee dahinter war, dass ein genauer Plan dazu führt, dass der Priming-Effekt unterbunden wird. Das Ergebnis war verblüffend: Die Teilnehmer reagierten auf „avenda“ viel schneller, als auf alle anderen – unabhängig davon, ob sie auf „langsam“ oder „schnell“ vorher geprimed wurden. Mit anderen Worten: Ungewollte Priming-Effekte lassen sich mit Wenn-Dann-Regeln unterbrinden. Im englischen spricht man von „Counter-Priming“ also „Gegen-Priming“.

Es scheint, als seien wir nicht machtlos gegenüber ungewollten Priming-Effekten und Wenn-Dann-Regeln sind ein gutes Werkzeug um uns selbst zu kontrollieren. Gollwitzer wollte sich mit diesem einen Experiment jedoch nicht zufriedengeben, also machte er noch zwei weitere.

Das zweite Experiment

Im zweiten Experiment mussten sich die Teilnehmer mit einer Reihe arithmetischer Probleme auseinandersetzen – langwierige und viel Konzentration verlangende Aufgabe. Zunächst legten die Teilnehmer schriftlich ein Ziel fest: „Ich werde so viele Lösungen wie möglich finden“. Damit hatten alle Teilnehmer die gleiche Zielsetzung festgelegt. Danach schrieb die Hälfte der Probanden eine Wenn-Dann-Regel auf: „Wenn ich abgelenkt werde, dann konzentriere ich mich umso mehr“. Die Wenn-Dann-Regel unterschied sich vom allgemeinen Ziel, dass es die Möglichkeit einschloss, dass eine Ablenkung während der Arbeit auftreten könnten.

Im Anschluss wurden die Teilnehmer auf den Stereotyp „Mutter Teresa“ und „Margaret Thatcher“ geprimed. Die Idee war, dass die Heilige von Kalkutta altruistisches Verhalten primed, eine ehemalige UK Premier jedoch nicht.

Priming im Alltag nutzen Mindtelling Dennis Tröger

Mutter Teresa macht altruistisch – aber nicht wenn…

Das Ergebnis war eindeutig: Die auf den Stereotyp „Mutter Teresa“ geprimedten Teilnehmer wurden schneller von ihrer Arbeit abgelenkt – die „Margaret Thatchers“ jedoch nicht. Die Probanden mit einer Wenn-Dann-Regel wurden trotz des Primings auf Mutter Teresa weniger von ihrer Arbeit abgelenkt.

Wieder zeigte sich: Ein klarer Plan unterbindet Priming.

Das finale Experiment

Priming im Alltag nutzen Dennis Tröger 4

In einem letzten Experiment wurden die Probanden auf „Geschwindigkeit“ geprimed: Die Idee war, dass diese Teilnehmer in einer Simulation schneller fahren würden – zusammen mit mehr Fahrfehlern – wenn sie vorher mit dem Thema „Geschwindigkeit“ konfrontiert würden. Auch hier wurden die ersten Ergebnisse bestätigt: Diejenigen mit einer klaren Wenn-Dann-Regel zeigten dieses Verhalten – zu schnelles Fahren – nicht. In diesem Fall war die Wenn-Dann-Regel: „Wenn ich eine Kurve sehe, dann fahre ich langsam und beschleunigen erst wieder auf der Geraden.“ – Und auch sie half den Teilnehmern den Priming-Effekt zu minimieren.

Die Konsequenz für Dich?

Dir wird es nie gelingen für jeden zufälligen Reiz eine Regel zu definieren. Doch mit Wenn-Dann-Regeln hast Du jetzt ein Priming-Werkzeug in der Hand um diesen ungewollten Reizen einen Riegel vorzuschieben.

Du weißt, wo Deine Schwächen und Deine Stärken liegen. Mit einer guten Wenn-Dann-Regel kannst Du negative Einflüsse minimieren und Dein Leben besser kontrollieren.

Welchen Wenn-Dann-Satz möchtest Du für Dich nutzen?

Wenn Du mehr über Priming wissen möchtest – schau bei uns vorbei oder ruf mich an +49 6081 409880!

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Die nächste Mindtelling Experience – Priming für Dich nutzen – findet am 12. März in Frankfurt statt – 38 EUR für 4 Stunden geballte Information.

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