Thomas Nes Myhre Concept alone CC BY 20 Dennis Tröger Priming Mindtelling

Priming – Die Grundlage des Mindtellings

Was ist Priming? – Zur Entfesselung Deines Potentials zeige ich Dir jetzt, wie Mindtelling in Wahrheit funktioniert und welche einfachen Tricks es sich zu Nutzen macht.

Dein Gehirn ist so konstruiert, dass es zwischen Realität und Vorstellung nicht unterscheiden kann. Der Grund dafür liegt in der grade genannten „Interpretation“ der Realität. Durch die Sinne wird die Realität in elektrische Impulse umgewandelt und liegt dann in einer „verständlichen“ Form für das Gehirn vor. Deine Ohren nehmen Schallwellen war und wandeln diese um. Es ist wie eine Übersetzung von einer Sprache in eine andere.

Zwischen Vorstellung und „echter“ Information von außen kann Dein Gehirn nicht unterscheiden.

Als Mensch hast Du die fantastische Fähigkeit Dir Dinge vorzustellen. Diese Vorstellungen werden von Deinem Gehirn ebenso interpretiert, wie Informationen von außen.

Denk an eine Situation, in der Du das letzte mal richtig herzhaft lachen musstest – Vermutlich bringt Dich das zum Grinsen. Dein Gehirn kann zwischen außen und innen nicht unterscheiden.

Priming Mindtelling Dennis Tröger

Das Gehirn kann zwischen Reizen von außen und innen nicht unterscheiden. Eine Vorstellung kann so mächtig sein, wie das tatsächliche Erleben.

Priming ist die Grundlage für Mindtelling

Die psychologische Grundlage des Mindtellings ist das Priming. Ich nehme an dieser Stelle mal die Definition nach Wikipedia:

„Der Begriff Priming bezeichnet in der Psychologie die Beeinflussung der Verarbeitung (Kognition) eines Reizes dadurch, dass ein vorangegangener Reiz implizite Gedächtnisinhalte aktiviert hat. Diese Aktivierung spezieller Assoziationen im Gedächtnis aufgrund von Vorerfahrungen mit den betreffenden Informationen geschieht häufig und zum allergrößten Teil unbewusst.“.

Priming in Aktion

Stell Dir vor, Du gehst mit einem Geschäftspartner oder Freund etwas Essen. Male Dir die Szene kurz aus und ergänze dann das folgende Wort:

_ _ ppe

Die Chancen sind groß, dass Dir das Wort „Suppe“ in den Kopf kam. Jetzt stell Dir vor, dass Deine Tochter oder die Tochter eines Freundes mit ihren Spielsachen spielt. Was denkst Du jetzt?

_ _ ppe

Vermutlich kam Dir das Wort Puppe in den Kopf. Das ist Priming. Ein vorheriger Reiz – in diesem Fall entweder der Gedanke an ein Restaurant oder ein kleines Mädchen – sorgt dafür, dass Dein Gehirn anschließend Informationen anders verarbeitet.

Was bedeutet das Konkret? Nun, kurzgefasst:

Die Informationen mit denen Du Dich umgibst, formen Dich.

Die folgenden Beispiele geben Dir einen Einblick darin, wie sehr Informationen von außen unser Handeln bestimmen:

  • Hält man einen Bleistift mit den Zähnen (ähnlich wie bei einem Lächeln), findet man Comics lustiger, als wenn man ihn mit den vorgestülpten Lippen im Mund hält (ähnlich wie bei einem „schmollenden“ Gesichtsausdruck [4]

  • Hören Menschen Geschichten mit dem Thema „Angst vor dem Tot“, sind sie empfänglicher für autoritäre Ideen[5]
  • 2 Minuten in einer „Sieger-Pose“ senken das Stresshormon-Level und steigern die Ausschüttung von Glückshormonen[6]
  • Personen, die auf „rüdes“ Verhalten geprimed wurden unterbrachen den Versuchsleiter öfter. Soziale Konzepte wurden durch die Probanden in ihrem Verhalten übernommen[7]

Hier noch ein gutes Video zum Thema:

 

[1] Kathleen D. Vohs: The Psychological Consequencesof Money. In: Science. Nr. 314, 2006, S. 1154–1156.

[2]Bargh, J. A., Chen, M., &Burrows, L.: Automaticityofsocialbehavior: Directeffectsoftraitconstructand stereotype priming on action. In: Journal ofPersonalityandSocialPsychology. Nr. 71, 1996, S. 230–244.

[3] Thomas Mussweiler: DoingIsforThinking! Stereotype ActivationbyStereotypicMovements. In: Psychological Science. Nr. 17, 2006, S. 17–21.

[4]Chen-Bo Zhong, Katie Liljenquist: WashingAwayYourSins: ThreatenedMoralityandPhysicalCleansing. In: Science. Nr. 313, 2006, S. 1451f.

[5] Jeff Greenberg et al.: Evidencefor Terror Management Theory II: The EffectofMortalitySalience on ReactionstoThose Who ThreatenorBolsterthe Cultural Worldview. In: Journal ofPersonalityandSocialPsychology. Nr. 58, 1990, S. 308–318.

[6] https://www.ted.com/talks/amy_cuddy_your_body_language_shapes_who_you_are?language=de

[7] J Pers Soc Psychol. 1996 Aug;71(2):230-44., Automaticity of social behavior: direct effects of trait construct and stereotype-activation on action.,Bargh JA1, Chen M, Burrows L.

 

Bildquelle: Thomas Skyline Singapur CC BY 2.0 Flickr

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